Aktuelles

Infinus: Erste vorläufige Insolvenzverfahren eröffnet

Das Amtsgericht Dresden hat am gestrigen Donnerstag erste vorläufige Insolvenzverfahren über Unternehmen des Dresdner Finanzdienstleisters Infinus eröffnet. Es handelt sich um die Future Business KG aA (Fubus), zu deren vorläufigem Insolvenzverwalter Herr Rechtsanwalt Kübler bestellt worden ist, sowie die Prosavus AG, deren vorläufiger Verwalter Herr Rechtsanwalt Frank-Rüdiger Scheffler ist. Die Unternehmen der Infinus-Gruppe wurden in der vergangenen Woche auf Veranlassung der Staatsanwaltschaft Dresden in einer Aufsehen erregenden bundesweiten Razzia durchsucht. Mehrere Verantwortliche befinden sich in Untersuchungshaft.

Mit dem Antrag auf die Eröffnung der Insolvenzverfahren sind Einzelzwangsmaßnahmen und auch Maßnahmen zur Sicherung etwaiger Ansprüche, wie dingliche Arreste, wirtschaftlich nicht sinnvoll. Sämtliche Zwangsvollstreckungsmaßnahmen, die binnen eines Monats vor dem Antrag auf die Eröffnung des Insolvenzverfahrens erfolgt sind, werden durch die Eröffnung des Insolvenzverfahrens verdrängt.

Für die Gläubiger hat dies nicht nur Nachteile. Insbesondere ist der Wettlauf der Gläubiger nunmehr beendet, weil innerhalb des Insolvenzverfahrens das Gleichbehandlungsgebot gilt.

Unabhängig vom Insolvenzverfahren sind jedoch Ansprüche, insbesondere solche auf Schadensersatz, gegen weitere Beteiligte möglich und sollten geprüft werden. Dies betrifft insbesondere die Anlageberater. Diese sind nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs verpflichtet, den Anleger umfassend und richtig über die von ihnen vertriebene Finanzprodukte zu informieren. Die Anlageberatung hat dabei anleger- und objektgerecht zu erfolgen. Hat ein Anlageberater den Anleger unvollständig oder falsch über das Produkt und die damit verbundenen Risiken aufgeklärt oder den Kunden gar getäuscht, steht diesem gegen den Berater ein Schadensersatzanspruch in Höhe des ihm entstandenen Verlusts zu. Daneben sind weitere Ansprüche gegen die Verantwortlichen der Infinus-Gruppe denkbar und sollten sorgfältig geprüft werden.

Eine fundierte Prüfung und rechtzeitige Geltendmachung etwaiger Ansprüche gegen den Vermittler ist umso wichtiger, weil solche Ansprüche der regelmäßigen Verjährung unterliegen, die eingeleiteten Insolvenzverfahren jedoch aller Voraussicht nach innerhalb dieser Verjährungsfrist noch nicht abgeschlossen sein werden. Für den Anleger ist somit bei Eintritt der Verjährung möglicher Ansprüche gegen den Vermittler unter Umständen noch gar nicht absehbar, ob und in welcher Höhe eine Befriedigung seiner Ansprüche aus der Insolvenzmasse möglich sein wird. 

Eine kurze Stellungnahme von Rechtsanwalt Scheuffler Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht, ist unter folgendem Link ersichtlich: MDR aktuell 08.11.2013, 19:30 Uhr "Anleger fürchten nach Razzia bei Infinus um ihr Geld"

Gerne beraten wir Sie und begleiten Sie bei der Geltendmachung und Durchsetzung Ihnen zustehender Ansprüche.

Nehmen Sie jetzt Kontakt mit uns auf.